Konferenztag 2 (Samstag, 21.07.2018) – Teil II

The Decolonizing Debate: Social Media as Source Archive and Wikipedia

Kurzfassung:

Dr. Sean Jacobs stellte einen Bezug zwischen dem Ungleichgewicht in der Geschichtsschreibung Südafrikas und dem in der Wikipedia repräsentierten Wissens her und wies darauf hin, dass unsere internen Debatten zur Einbeziehung alternativer Quellen von Historikern ebenfalls geführt werden und diese zum Teil schon weiter sind als wir. Deshalb empfahl er, sich deren Fortschritte anzusehen und sich gegebenenfalls daran zu orientieren.

Er forderte uns auf, das endlose Debattieren zu diesem Thema einzustellen und zu handeln, um aufzuholen. Wenn wir das mit dem Wachsen der Wikipedia und dem Wachsenlassen bislang unterrepräsentierten Wissens ernst meinten, wäre das dringend erforderlich.

Am Ende seines Vortrags erinnerte er daran, dass die Wikipedia bei ihrer Gründung für das Publizieren und das Beitragen zu Wissen revolutionär gewesen sei.

Ich finde, wir sollten daran anknüpfen und uns endlich trauen, andere Perspektiven als unsere zuzulassen. Die Erkenntnisse der Studierenden aus ihren Protesten 2015/2016 könnten wir uns dabei zu eigen machen:

  • Änderungen sind harte Arbeit
  • man kann nicht unbeteiligt an der Seitenlinie stehen
  • es wird manchmal ungeordnet sein
  • es werden Fehler gemacht werden
  • einige Menschen werden in diesem Prozess verlieren
  • einige Menschen werden Einfluss und Macht abgeben müssen
  • es wird nicht perfekt sein und auch das ist okay.

Links:

Langfassung

Betraf zwar einen anderen Zusammenhang, passt hier aber auch, der Tweet von @WikiGnom:

„Can we please create a page titled „different forms of knowledge‘ for the skeptical Wikipedian“ on Meta that shows things like an example Wikipedia page that uses oral citations?“

Aufzeichnung einer Session zum Thema „Oral Sources“

WikiCite: Lifting a veil on the sources of free knowledge

WikiCite ist ein Projekt, das Wikidata nutzt. Wenn ich wissenschaftlich arbeiten würde, wäre das wahrscheinlich mein Lieblingsprojekt.

Daniel Mietchen: 38% aller Wikidata-Items sind Zitate = 19 Mio Items

Die Workshop-Seite ist aufschlussreicher als meine Aufzeichnungen. Slides zum Vortrag – PDF

Projektseite

Vorstellung auf der WikidataCon 2017 – Video

Ubuntu for who? Equity by Free Knowledge?

Mitschnitt des Hybrid-Workshops

Auch wenn keine Zeit für das Video ist, lohnt sich das Lesen der zwei vorbereiteten (provozierenden) Standpunkte für die Diskussion.

Ubuntu for who? – Wer ist dieses „wir“, die die Marginalisierten einbeziehen wollen? Haben wir darüber nachgedacht, ob diese das überhaupt wollen und ob das zu ihren Traditionen passt?

What could have go wrong – über die unter Umständen „falsche“ Verwendung des Begriffes „Ubuntu“

Wikimedia and the spirit of Ubuntu

Die Keynote von Katherine Maher ließ mich etwas ratlos zurück.

Das Konzept der Podiumsdiskussion fand ich gut: miteinander auf Augenhöhe reden, nicht von oben nach unten.

Bei mir blieb trotzdem der Eindruck, dass wir alle von den Mängeln und Problemen wissen, aber zu mut- und ideenlos sind, diese Dinge ernsthaft anzufassen.

„Only 1.3% of edits to Wikipedia come from the entire continent of Africa. If we’re not investing in the continent today — we’re missing the future of our shared planet.“ – @krmaher #Wikimania

Begriff „Ubuntu“

Wikibase Meetup

Hier war ich nun wieder überrascht: es gibt tatsächlich Wikibase-Installationen in freier Wildbahn – allerdings wesentlich mehr in Nordamerika als in Deutschland bzw. Europa.

Timeline aller Wikibase-Installationen Für die, die das mit dem SPARQL-Abfrageservice noch nicht kennen: Es ist alles vorbereitet, einfach auf den „Play“-Button (weißes Dreieck auf blauem Grund) klicken.

Eine eigene Wikibase-Installation ist sinnvoll für die Verwaltung eigener Datenbestände, unabhängig von Wikidata. Dabei können (und sollen möglichst auch) diese Datenbanken mit Wikidata und auch untereinander verlinkt werden. Linked Open Data! \o/

Ich bin gespannt, wie das mit dem Aushandeln der übergreifenden Properties und Identifier funktioniert – sieht nach viel Koordinierungsbedarf aus.

Wer es lokal ausprobieren möchte: es gibt eine Docker-Version – hier ist der Blogeintrag dazu.

Wikibase-Projektseite

(Die Eröffnung des Meetups fand ich bemerkenswert:
Es gibt bei einigen Wikimedia-Veranstaltungen die Tradition eines „Süßigkeiten-Buffets“ – jeder bringt eine typische Süßigkeit aus seiner Region mit und alle können sich dann nach Wunsch bedienen. An diese Tradition anknüpfend, sollten die Teilnehmenden – statt Süßigkeit – sagen, welche Kompetenzen, Fragen, Anregungen, Gedanken sie auf den virtuellen Meetup-Tisch legen und welche Wünsche/Erfahrungen/Skills sie gern von dort mitnehmen würden. Ich fand das in dieser gemischten Runde von Personen, die sich untereinander kannten, und solchen, die einfach nur unbekannt hereinschneiten, sehr hilfreich – jeder wurde auf diese Art sehr einfach und ungezwungen einbezogen, niemand musste sich überflüssig vorkommen. Werde ich mir merken, die Idee.)

Konferenztag 2 (Samstag, 21.07.2018) – Teil I

Der zweite Konferenztag begann für mich mit einer Keynote, die mich besonders interessierte, anregte, aber gleichzeitig komplett überforderte: ohne Slides war ich mir schlichtweg nicht sicher, den Vortragenden richtig verstanden zu haben. Ich habe das jetzt zu Hause nachgeholt, inklusive automatisch generierter YouTube-Untertitel.

Dieser Text ist sehr lang; dafür habe ich die im Vortrag erwähnten Quellen und Beispiele recherchiert und verlinkt. Ich lege nicht die Hand dafür ins Feuer, dass ich alles 1:1 richtig übersetzt und verstanden habe – bei ernsthaftem Interesse am Thema bitte den Vortrag selbst ansehen und Sean Jacobs direkt zitieren.

The Decolonizing Debate: Social Media as Source Archive and Wikipedia

Der Vortragende Dr. Sean Jacobs ist der Gründer des Blogs „Africa’s a country“; hier ein Link zu weiteren Veröffentlichungen (der im verlinkten Profil ist nicht mehr aktuell).

Das Blog „Africa’s a country“ besteht seit ca. neun Jahren; die Artikel beschäftigen sich vorwiegend mit Medienkritik und Medienanalyse und „new writing“ (hier fehlt mir ein passender deutscher Begriff). Nachdem anfangs Akademiker und Journalisten über Autoren von Blogs gespottet hätten, würde „Africa’s a country“ inzwischen von denselben zitiert, als Referenz benannt und würde das Beitragen zum Blog von Universitäten belohnt. Das Blog wurde und wird für Preise nominiert bzw. als Teil eines Portfolios für Awards ausgewählt.

Beispiele:
„Fear of a Black France“ „You want to troll French fascists? Tell them the truth: the most French man in the world right now is a black kid called Kylian Mbappé.“

„The hubris of western science“ „The push to fight malaria by genetically modifying mosquitos is a continuation of centuries of arrogance and recklessness on the part of western scientists.“ (Hier der dazu gehörige Artikel in „Bulletin of the Atomic Scientists“ vom 15.03.2017 Gene drives, malaria, and the back roads of Burkina Faso „These are hard questions, and people in Burkina Faso, Mali, and Uganda are going to have to answer them over the next few years. How are they to do so if, as is true in some cases, their languages lack a word for ‚gene?'“)

Sean Jacobs beschrieb über seine eigenen Erfahrungen, wie und von wem die Geschichte Südafrikas geschrieben wurde.
Sein frühes Leben in Südafrika (Kapstadt, Cape Flats) sei durch Wissensdefizite, zum Beispiel zum Thema „Rasse“, gekennzeichnet gewesen. Es habe eine rassistische Diktatur bestanden, die Teile der Bevölkerung vom Kommunizieren und Lernen abhalten wollte.
Das „Ministerium für Information“ sei eher ein Ministerium für Desinformation und Zensur gewesen; es hätte ein staatliches Monopol über Radio- und TV-Sender bestanden.
Die Apartheid hätte Schwarze Menschen entmutigt, ihre Perspektive zu dokumentieren und zu archivieren und förderte die Perspektive der weißen Minderheit in Südafrika.

Das Thema „Geschichte Südafrikas“ sei kompliziert für alle Bevölkerungsgruppen.
Es gibt zum einen die koloniale Vergangenheit, aufgeschrieben von den Kolonialisten. Dann gibt es die Zeit der Apartheid, meist aufgeschrieben von Weißen (Männern). Während der Apartheid wurde dies durch die bestehenden Regeln in Medien, Schulen, Universitäten, Kirchen und anderen öffentlichen Institutionen verstärkt.
Die Gegenseite konstruierte ihre eigenen Geschichten, z.B. Steve Bikos Black Consciousness Movement in den 70ern oder das anschließende Mass Movement, das mit seinen Ideen von Regenbogennation, Aussöhnung und dem Gedanken, dass Südafrika etwas überwindet, nicht zu radikalen Änderungen in Südafrikas Politik ermutigte.

Die politische Stimmung sei durch Nelson Mandelas Persönlichkeit als Versöhner und seinen Politikstil verstärkt worden, die Konsens in öffentlichen Einrichtungen gewesen sei. Die seit langem bestehenden Vorurteile durch die Stille während der Arpartheid oder durch die Art, wie in Südafrika Geschichte „geframed“ wurde, konnten so nicht aufgelöst werden.

Zwischenzeitlich hätten die Südafrikaner selbstverständlich andere, aktuelle Probleme zu lösen: verbreitete Korruption, Waffengeschäfte, der Einfluss des Gupta-Familienverbandes, das Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung (Marikana – Südafrikanischer Bergarbeiterstreik, das verzögerte Auszahlen von Sozialbezügen, das weitere Verarmen armer, vorwiegend Schwarzer Südafrikaner.

Zwischen März 2015 und Dezember 2016 hätte es Proteste von Studierenden an Südafrikanischen Universitäten gegeben.
Gefordert wurde, dass vom Universitätsmanagement keine Arbeiter outgesourced werden, dass die Studiengebühren nicht erhöht werden, das Ende des Patriachats in der politischen Kultur, die von charismatischen männlichen Führungspersönlichkeiten dominiert wurde, das Entfernen rassistischer, kolonialer Symbole (besonders Statuen) auf den Campussen und Umbenennung von Universitäten, die Reformierung von Studienplänen und das Beschäftigen von mehr Schwarzen Professoren.

Die Studierenden hätten verstanden, dass die Institutionen radikal verändert werden müssten, um Südafrika zu ändern.
Ziel sei gewesen, „white supremacy“ zu überwinden, die in höheren Bildungseinrichtungen, in Forschung und Entwicklung (Produktion von Wissen) und in den Medien immer weiter reproduziert wurde.

Ziel sei auch gewesen, das Handeln des ANC unter Nelson Mandela und dessen Nachfolgern aufzuarbeiten.
Die Studierenden kritisierten die Bedingungen, unter denen Schwarze Menschen auch zwei Dekaden nach Ende der Apartheid leben mussten (und müssen). Sie wiesen darauf hin, dass im Bezug auf Lehre etc. eine radikale Bewusstseinsänderung erforderlich sei. Die ANC-Version der Geschichte wurde angefochten.

Die Studierenden benannten, was sie von der Dekolonialisierung erwarteten. Sie organisierten Teach-Ins. Bedeutender war, dass sie begannen, ihre Informationen online zu teilen z.B. entstanden so quasi Online-Bibliotheken für Dokumente, Filme und Audio-Dateien per DropBox oder GoogleDocs. Sie dokumentierten ihren Kampf so in Echtzeit per Twitter, Facebook und, entscheidend, WhatsApp.

Am Ende erreichten sie ein Moratorium: die Studiengebühren an öffentlichen Universitäten wurden „eingefroren“.
Es gab viele Gründe, warum die Bewegung endete: u. a. Differenzen über Strategien, über den Einsatz von Gewalt, das Einsehen, ins Leere zu laufen.
Ihr Einfluss allerdings hält an; die meisten Südafrikaner verstehen die Unumgänglichkeit der Kolonialisierung, egal, ob sie das unterstützen oder ablehnen. Sie verstanden, dass Änderung harte Arbeit ist, dass man nicht unbeteiligt an der Seitenlinie stehen kann, dass es unordentlich sein wird und Fehler gemacht werden, dass einige Menschen in diesem Prozess verlieren werden und dass manche Menschen Einfluss und Macht abgeben müssen und abschließend, dass es nicht perfekt sein wird und dass auch das okay ist.

Sean Jacobs erklärte, wo er den Bezug zur Wikipedia sieht, die ja kein Staat sei und nicht unter Apartheid bestehe und von engagierten Freiwilligen gestaltet würde:

  • lang andauernde Strategiedebatten (die Diskussion über „oral citations“ z.B. sei nicht neu)
  • die meisten Editoren seien männlich, von der nördlichen Hemisphäre und weiß
  • es gibt eine Überzahl von Einträgen in der englischen Wikipedia
  • für die meisten Afrikanischen Nationen existieren weniger Einträge
    als für den fiktiven Raum Mittelerde
  • es gelingt nicht in dem Maße, Editoren aus Entwicklungsländern
    einzubeziehen, wie für die englische Wikipedia
  • Kontroversen über Relevanzkriterien und Wichtigkeit und wer diese
    bestimmt

Daraus würde folgen, dass große Teile menschlichen Wissens nicht in der Wikipedia enthalten sind.

Dieser Status würde ein ernsthaftes Überdenken/Neudenken erfordern, wie Wissen zusammengetragen werden kann.

Er sieht kleine Schritte in diese Richtung und regt an, sich an den Debatten und Erfahrungen von Historikern zu orientieren, die ebenfalls über das Internet als Quellenarchiv, die Nutzbarkeit von Webseiten und mündlicher Überlieferung diskutieren.
Dabei erinnert er an das Klischee, dass der Journalismus den ersten Entwurf von Geschichte liefere. Social Media – Twitter, Facebook, Instagramm, WhatsApp – und Blogs hätten diese Rolle übernommen und würden politisches Leben in Echtzeit dokumentieren. Journalisten würden sich dieser Quellen bedienen, z. B. wenn sie Augenzeugenberichte für „Breaking News“ aus schlecht zugänglichen Gegenden oder bei Naturkatastrophen benötigen.

Historiker würden das Potential des Internets als Quelle und als Archiv gegenwärtiger Politik und gegenwärtigen Lebens begreifen. Das Internet biete den Zugang zur Vergangenheit jenseits der traditionellen Medien und politischen Eliten oder sozialen Klassen. Beides sei abhängig von der Möglichkeit, Zugang zu Medien zu haben, aber auch zu diesen beitragen zu können.

Sean Jacobs führte einige Beispiele an, z. B. zitierte er Prof. William Beinart im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Reden, Briefe und Schriften von Desmond Tutu:

„The great advantage of an unedited archive is the opportunity it gives to take a fresh look at the man without a biographer looking over your shoulder to make sure you reach the right conclusions.“

Ein weiteres Beispiel sei die „Library of Congress“ in den USA, die seit 2000 als Online-Quelle zur Verfügung steht. 2010 erklärte Twitter, sein digitales Archiv öffentlicher Tweets an das Archiv zu spenden. In diesem Zusammenhang sagte der damalige Leiter der Bibliothek, James H. Billington:

„The Twitter digital archive has extraordinary potential for research into our contemporary way of life. his information provides detailed evidence about how technology based social networks form and evolve over time. The collection also documents a remarkable range of social trends. Anyone who wants to understand how an ever-broadening public is using social media to engage in an ongoing debate regarding social and cultural issues will have need of this material.“

Einige Historiker seien optimistisch und begeistert von der Möglichkeit, Geschichte so zu erfassen, wie sie stattfand; z.B. während des Arabischen Frühlings oder während Wahlkampagnen. Andere seien weniger glücklich mit dem Internet als Quelle und problematisieren die bekannten Schwierigkeiten: – Zitieren – Datenaufbewahrung – Seriosität – Regeln der Archivierung – Zugang zum Internet – „tote“ Links – geschlossene Seiten – geänderte URLs – Migration von Inhalten zu anderen Domains – Archivierung mit besonderen Zugangsbedingungen

Ein weiterer Grund der Ablehnung des Internets als Quelle durch Bibliothekare und Archivare sei die Annahme, dass Social Media die Autorität von Museen und Bibliotheken untergraben würde. Sie würden gern an dem Konzept vom „Museum als Bastion der Expertise und Lehre“ festhalten.

Anfang 2000 hätten Historiker auf einer Konferenz in Texas über Quellen und Methoden in Bezug auf Afrikanische Geschichte debattiert. In einem Buch seien die Debatten und Themen der Konferenz zusammengefasst worden. Im Rückblick findet es Sean Jacobs bemerkenswert, dass zu diesem Zeitpunkt keinerlei Online-Quellen erwähnt wurden. Eine Dekade später (2013) sei in „The Oxford Handbook of Modern African History“ immerhin eine Erwähnung des Internets und Social Media als Quelle zu finden – nach einer langen Aufzählung von Film, Radio und TV.

Sean Jacobs meint, dass das Handbuch immerhin zeige, dass Historiker „Appetit“ auf Forschung mit elektronischen Medien bekommen hätten und erkannt hätten, dass große Dokumentationen und mündliche Überlieferungen verschiedenste Studienmöglichkeiten eröffnen.

Seitdem seien Historiker offener gegenüber den Möglichkeiten, die Social Media bietet, besonders in Entwicklungsländern. Gerade hier unterstützt das Internet den Zugang zu und die Suche nach Quellen, ohne auf die schlecht ausgestatteten Bibliotheken in diesen Ländern angewiesen zu sein.

Ein Beispiel seien Debatten in Social Media zu Kenias Vergangenheit und Gegenwart und zu lokaler Politik im Zusammenhang mit Barack Obama – hier hätten viele Teilnehmer Quellen und Orte geliefert, um falsche Darstellungen zu zu ändern.

Auf YouTube finde sich viel in Afrika von Afrikanern produziertes Material, zum Beispiel Videos aus Uganda, die Perspektiven auf die Kony-2012-Kampagne bieten, historische Beiträge aus Afrikanischen TV-Kanälen und Musikvideos. Auch die Kommentare unter YouTube-Videos ermöglichten das Verstehen gegenwärtiger Debatten über historische Ereignisse.

Es gibt eine Reihe von Projekten, die sich mit den Möglichkeiten, Social Media und Online-Archive zu nutzen, beschäftigen.

Durch all diese Projekte wurde gezeigt und belegt, dass – Wissen außerhalb der Akademien und Elite-Institutionen produziert werden kann – Internet und Social Media einen nützlichen Beitrag zum Verstehen aktueller Politik leisten – durch Social Media und Blogs wie „Africa’s a country“ verschiedene Wege, die Welt zu sehen, in den Mainstream gebracht werden; Wissen wird durch eine Vielfalt von Autoren entdeckt, die vorher nicht möglich war

Herausforderungen für die Wikipedia: Wenn es uns ehrlich ernst sei mit dem Wachsen und Wachsen lassen, müssten wir aufhören, zu debattieren und anfangen, aufzuholen.

Sean Jacobs erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Wikipedia bei ihrer Gründung revolutionär für das Publizieren und die Erstellung von Wissen war.

Konferenz Tag 1 (Freitag, 20. Juli 2018)

Opening Session

Die Session wurde aufgezeichnet; besonders beeindruckt hat mich der Auftritt von zwei Schülerinnen, die um Unterstützung ihres Offenen Briefes baten.

Schüler und Schülerinnen der Sinenjongo High School in Cape Town schrieben einen Offenen Brief  in dem sie sich freien Zugang zu Wikipedia über ihre mobilen Telefone wünschen, um ihre Hausaufgaben erledigen zu können.

Schaut Euch das an und diskutiert dann wieder mit mir über Netzneutralität und Wikipedia Zero – theoretisch ist die Haltung dazu so leicht: pro Netzneutralität. Aber wie würdet Ihr gegenüber den Schülern/Schülerinnen argumentieren? Was würdet Ihr ihnen ins Gesicht sagen?
Ich spreche hier ab und an Menschen an, was sie davon halten: bislang waren alle der Meinung, dass der freie Zugang zur Wikipedia gerade für Lernende sehr wichtig ist; mein Standpunkt zur Netzneutralität stieß dabei bislang auf wenig Verständnis.

Dazu ebenfalls passend: Artikel „Get into the mania, Wiki wants your contributions“, Mail & Guardian, 29.06.2018

Später wurden alle Teilnehmenden aufgefordert, mitzuwirken. Eine Frage lautete „Welche Wissenslücken sehe ich?“; jede/r Teilnehmende sollte seine Gedanken dazu über ein Webformular (Merimeter) eingeben, das Ergebnis wurde live auf den Monitoren angezeigt. Daran schlossen sich zwei kurze Diskussionsrunden mit bislang fremden Teilnehmern zu sinngemäß den Fragen „Was will ich von der Wikimania mitnehmen“, „Was will ich zur Wikimania beitragen“ und „Wie will ich Wissenslücken überbrücken“ an.  Dokument mit den Ergebnissen

Wikidata: building bridges every single day

@nightrose gab einen Überblick über die Entwicklung von Wikidata innerhalb des letzten Jahres und zeigte an Beispielen, wie Wikidata schon heute jeden Tag Brücken baut.

Ich verlinke später die Präsentation an dieser Stelle.

A Gentle Introduction to Wikidata Teil 1
A Gentle Introduction to Wikidata Teil 2

Ein wirklich empfehlenswerter Einsteigerkurs in Wikidata für absolute Anfänger und unverbesserliche Wikidata-Liebhaber und -Enthusiasten. Es fielen Sätze wie „Wir können sagen, dass wir Wikidata schon kannten, bevor es cool war.“ und Worte wie „Wikidata-Hipster“.

Es gibt Aufzeichnungen dieser Sessions von anderen Veranstaltungen, z.B. hier.

Ich verlinke später die Präsentation an dieser Stelle.

Centering Knowledge from the Margins

Die Session wurde aufgezeichnet – ich werde sie mir später ansehen.

Creating Knowledge Equity and Spatial Justice on Wikipedia

Martin Dittus stellte mit Hilfe von Landkarten anschaulich dar, was mit digitaler Kolonialisierung gemeint ist. Der Mitschnitt befindet sich hier – ich empfehle sehr, sich diesen Vortrag anzusehen.

Wikidata meetup

Hier verfolgte ich interessiert die Punkte der anderen, hatte selbst allerdings nicht viel beizutragen. 🙂

Vorkonferenz Tag 2 (Donnerstag, 19.07.2018)

Hackathon

Ziel erreicht: während der beiden Tage habe ich etwas über 2700 Profile von abgeordnetenwatch.de den derzeit aktiven Abgeordneten von 18 Parlamenten (Bundestag, 16 Landtage, deutsche Abgeordnete im Europäischem Parlament) in Wikidata zugeordnet und dabei fehlende Items angelegt und Einträge editiert.

Auf dieser Grundlage können nach und nach fehlende Daten zu den Items ergänzt werden.

Gemeinsames Kick-Off mit WMDE-Mitarbeitenden, Präsidiumsmitgliedern und Stipendiatinnen und Stipendiaten

Welcome Reception im Aquarium von Kapstadt

Meine Favoriten waren die Black musselcracker – da hat tatsächlich jedes Exemplar ein eigenes ausdrucksstarkes Gesicht.

Auch hier gab es wieder viele Gelegenheiten zum Austausch – so viele aufgeschlossene und interessierte Menschen aus den unterschiedlichsten Gegenden der Welt auf einer Stelle sind einfach großartig.

Nachtrag:

Der noch namenlose Maki wurde gestern offiziell als Unterstützer der Wikimedia Cuteness Association aufgenommen – das war eine sehr ernsthafte Angelegenheit.

Vorkonferenz Tag 1 (Mittwoch, 18.07.2018)

Hackathon:

Hier herrscht eine wunderbar aufgeschlossene Atmosphäre – trotz Sprachhemmungen habe ich mein mitgebrachtes Projekt beim „Open Mic“ vorgestellt: Verknüpfen der Profile von Abgeordnetenwatch.de zu bestehenden Daten von Abgeordneten in Wikidata mit dem Ziel, im Anschluss anhand des Datenmodells von Every Politician Lücken zu füllen und Strukturen anzupassen.
Ich fand Diskussionspartner aus Polen und aus Finnland, die sich mit dem Thema ebenfalls beschäftigen – wir konnten aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen zwar nicht gemeinsam arbeiten, aber tauschten uns über die verwendeten Tools und unser Vorgehen aus.

Newcomer overview of Wikimedia Technology

Im Talk wurden 10 Projekte vorgestellt, die sich gut für Neueinsteiger eignen, die noch kein Wikimedia-Projekt für sich zum Mitarbeiten gefunden haben.

  • MediaWiki Extensions
  • Desktop Apps
  • Structured Data
  • Cloud Services
  • Wiki Edu Dashboard
  • Gadgets und user scripts
  • Mobile Apps
  • Analytics
  • Machine Learning
  • Bots
  • Documentation

Slides

Mentors and newcomers meet

Ich hatte bereits ohne diese Hilfe Gesprächspartner und Helfer gefunden, so dass ich diese Session nicht besuchte, sondern mit der Arbeit an meinem Projekt begann.

Learn to use Phabricator

Diese Session habe ich schlicht und einfach verpasst, weil ich mich zu konzentriert in meine Daten vergraben hatte. Den Inhalt werde ich mir selbst erarbeiten.

Slides

KickOff mit den anderen Stipendiaten
in der Panorama Suite im 32. Stockwerk: Kennenlernen der anderen Stipendiaten, Absprachen der weiteren Termine und Vorhaben.

Blick aus der Panorama Suite

Einstieg

Die Wikimania ist die jährliche internationale Konferenz der Wikimedia-Community.
In diesem Jahr findet sie in der Zeit vom 20. bis 22. Juli in Kapstadt statt. Das diesjährige Thema lautet: „Bridging knowledge gaps – the ubuntu way forward“

Wikimedia-Blog – Why the theme for Wikimania 2018 will be “Bridging knowledge gaps—the ubuntu way forward”

Wikimedia Deutschland hat mir in diesem Jahr ein Reisestipendium zur Teilnahme in Kapstadt gewährt. Dafür bin ich sehr dankbar: ich habe in den letzten Jahren aus der Ferne per Livestream und Aufzeichnungen Anteil an den Jahresveranstaltungen genommen und hätte nie gedacht, selbst einmal bei dieser internationalen Konferenz dabei sein zu können.

Ich möchte mich in Kapstadt mit anderen vernetzen und durch den persönlichen Kontakt meine eigenen Sprachbarrieren überwinden: zur Zeit halten die mich noch zu oft davon ab, spontan an Projekten mitzuarbeiten.

Meine speziellen Interessen sind dabei:

  • Daten zu Parlamenten und den dafür gewählten Menschen
  • wie können Daten und Freies Wissen Dmokratie und demokratische Prozesse unterstützen
  • Wikipedia Zero – überwiegen Vor- oder Nachteile; ist der Zugang zu Freiem Wissen für alle die Verletzung der Netzneutralität wert (vor allem aus der Perspektive der ohnehin stattfindenden Entwicklung zu geschlossenen Plattformen gesehen)
  • wie können wir die Summe des Menschlichen Wissens in Wikimedia-Projekte bekommen – nicht nur das aufgeschriebene
  • wie wird die Zukunft von Wikipedia und den Schwesterprojekten aussehen
  • wie schaffen es andere, unterrepräsentierte Stimmen zu ermutigend, Inhalt beizutragen; sind Schreiben und Editieren in der Wikipedia der beste Weg oder gibt es andere Projekte
  • wie ermutigen wir wenig technikinteressierte Menschen, Dinge mit Wikidata zu tun; wie kann die Dokumentation von Projekten erfolgen, dass die Einstiegshürden nicht so hoch sind

Ich habe Daten im Gepäck, die ich gern während des Hackathons weiter aufbereiten und in Wikidata importieren möchte. Vielleicht finden sich vor Ort andere Teilnehmer, die sich bereits mit dem Projekt Every Politician beschäftigt haben, so dass wir gemeinsam die Datenstruktur auf die vorliegenden Daten für Parlamente in Deutschland anwenden können und ich an deren Erfahrungen partizipieren kann.

Bislang habe ich folgenden Plan:

Vorkonferenz Tag 1 (Mittwoch, 18.07.2018)
Beteiligung am Hackathon
Newcomer overview of Wikimedia Technology
Mentors and newcomers meet
Learn to use Phabricator
KickOff mit den anderen Stipendiaten

Vorkonferenz Tag 2 (Donnerstag, 19.07.2018)
Beteiligung am Hackathon; möglichst Arbeiten am eigenen Projekt

Konferenztag 1 (Freitag, 20.07.2018)
Opening Session
A Gentle Introduction to Wikidata Teil 1
A Gentle Introduction to Wikidata Teil 2
Centering Knowledge from the Margins
Creating Knowledge Equity
Wikidata meetup

Konferenztag 2 (Samstag, 21.07.2018)
The Decolonizing Debate: Social Media as Source Archive and Wikipedia
WikiCite: Lifting a veil on the sources of free knowledge
Ubuntu for who? Equity by Free Knowledge?
Wikimedia and the spirit of Ubuntu
Wikibase Meetup

Konferenztag 3 (Sonntag, 22.07.2018)
The Dangers of Supremely White Date
Slot „Communities“
Research on gender gap in Wikipedia: What do we know so far?
Women leading the way toward gender equity
https://wikimania2018.wikimedia.org/wiki/Program/Building_new_bridges_to_close_the_Wikimedia_gendergap
Building new bridges to close the Wikimedia gendergap

Slot „Offline“
Eight Things You Can Do Today To Improve Offline Access
Kiwix & Raspberry Pi – build your own wikipedia Wifi hotspot

Closing Session