Konferenztag 2 (Samstag, 21.07.2018) – Teil II

The Decolonizing Debate: Social Media as Source Archive and Wikipedia

Kurzfassung:

Dr. Sean Jacobs stellte einen Bezug zwischen dem Ungleichgewicht in der Geschichtsschreibung Südafrikas und dem in der Wikipedia repräsentierten Wissens her und wies darauf hin, dass unsere internen Debatten zur Einbeziehung alternativer Quellen von Historikern ebenfalls geführt werden und diese zum Teil schon weiter sind als wir. Deshalb empfahl er, sich deren Fortschritte anzusehen und sich gegebenenfalls daran zu orientieren.

Er forderte uns auf, das endlose Debattieren zu diesem Thema einzustellen und zu handeln, um aufzuholen. Wenn wir das mit dem Wachsen der Wikipedia und dem Wachsenlassen bislang unterrepräsentierten Wissens ernst meinten, wäre das dringend erforderlich.

Am Ende seines Vortrags erinnerte er daran, dass die Wikipedia bei ihrer Gründung für das Publizieren und das Beitragen zu Wissen revolutionär gewesen sei.

Ich finde, wir sollten daran anknüpfen und uns endlich trauen, andere Perspektiven als unsere zuzulassen. Die Erkenntnisse der Studierenden aus ihren Protesten 2015/2016 könnten wir uns dabei zu eigen machen:

  • Änderungen sind harte Arbeit
  • man kann nicht unbeteiligt an der Seitenlinie stehen
  • es wird manchmal ungeordnet sein
  • es werden Fehler gemacht werden
  • einige Menschen werden in diesem Prozess verlieren
  • einige Menschen werden Einfluss und Macht abgeben müssen
  • es wird nicht perfekt sein und auch das ist okay.

Links:

Langfassung

Betraf zwar einen anderen Zusammenhang, passt hier aber auch, der Tweet von @WikiGnom:

„Can we please create a page titled „different forms of knowledge‘ for the skeptical Wikipedian“ on Meta that shows things like an example Wikipedia page that uses oral citations?“

Aufzeichnung einer Session zum Thema „Oral Sources“

WikiCite: Lifting a veil on the sources of free knowledge

WikiCite ist ein Projekt, das Wikidata nutzt. Wenn ich wissenschaftlich arbeiten würde, wäre das wahrscheinlich mein Lieblingsprojekt.

Daniel Mietchen: 38% aller Wikidata-Items sind Zitate = 19 Mio Items

Die Workshop-Seite ist aufschlussreicher als meine Aufzeichnungen. Slides zum Vortrag – PDF

Projektseite

Vorstellung auf der WikidataCon 2017 – Video

Ubuntu for who? Equity by Free Knowledge?

Mitschnitt des Hybrid-Workshops

Auch wenn keine Zeit für das Video ist, lohnt sich das Lesen der zwei vorbereiteten (provozierenden) Standpunkte für die Diskussion.

Ubuntu for who? – Wer ist dieses „wir“, die die Marginalisierten einbeziehen wollen? Haben wir darüber nachgedacht, ob diese das überhaupt wollen und ob das zu ihren Traditionen passt?

What could have go wrong – über die unter Umständen „falsche“ Verwendung des Begriffes „Ubuntu“

Wikimedia and the spirit of Ubuntu

Die Keynote von Katherine Maher ließ mich etwas ratlos zurück.

Das Konzept der Podiumsdiskussion fand ich gut: miteinander auf Augenhöhe reden, nicht von oben nach unten.

Bei mir blieb trotzdem der Eindruck, dass wir alle von den Mängeln und Problemen wissen, aber zu mut- und ideenlos sind, diese Dinge ernsthaft anzufassen.

„Only 1.3% of edits to Wikipedia come from the entire continent of Africa. If we’re not investing in the continent today — we’re missing the future of our shared planet.“ – @krmaher #Wikimania

Begriff „Ubuntu“

Wikibase Meetup

Hier war ich nun wieder überrascht: es gibt tatsächlich Wikibase-Installationen in freier Wildbahn – allerdings wesentlich mehr in Nordamerika als in Deutschland bzw. Europa.

Timeline aller Wikibase-Installationen Für die, die das mit dem SPARQL-Abfrageservice noch nicht kennen: Es ist alles vorbereitet, einfach auf den „Play“-Button (weißes Dreieck auf blauem Grund) klicken.

Eine eigene Wikibase-Installation ist sinnvoll für die Verwaltung eigener Datenbestände, unabhängig von Wikidata. Dabei können (und sollen möglichst auch) diese Datenbanken mit Wikidata und auch untereinander verlinkt werden. Linked Open Data! \o/

Ich bin gespannt, wie das mit dem Aushandeln der übergreifenden Properties und Identifier funktioniert – sieht nach viel Koordinierungsbedarf aus.

Wer es lokal ausprobieren möchte: es gibt eine Docker-Version – hier ist der Blogeintrag dazu.

Wikibase-Projektseite

(Die Eröffnung des Meetups fand ich bemerkenswert:
Es gibt bei einigen Wikimedia-Veranstaltungen die Tradition eines „Süßigkeiten-Buffets“ – jeder bringt eine typische Süßigkeit aus seiner Region mit und alle können sich dann nach Wunsch bedienen. An diese Tradition anknüpfend, sollten die Teilnehmenden – statt Süßigkeit – sagen, welche Kompetenzen, Fragen, Anregungen, Gedanken sie auf den virtuellen Meetup-Tisch legen und welche Wünsche/Erfahrungen/Skills sie gern von dort mitnehmen würden. Ich fand das in dieser gemischten Runde von Personen, die sich untereinander kannten, und solchen, die einfach nur unbekannt hereinschneiten, sehr hilfreich – jeder wurde auf diese Art sehr einfach und ungezwungen einbezogen, niemand musste sich überflüssig vorkommen. Werde ich mir merken, die Idee.)

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